Dr. Albert Kümmel-Schnur

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Millionen kleiner Gesichter

“Millionen kleiner, wechselnder Gesichter. Die Rechtfertigung der Oberfläche vor ihren Verächtern”. In: Ernst Kieninger/Armin Loacker/Ines Steiner (Hg.): Imaginierte Antike. Österreichische Monumental-Stummfilme. Wien: Filmarchiv Austria 2002, S. 389 – 415.

Vielleicht besteht der Beitrag Österreichs zum Genre Monumentalfilm ja darin, das Parergonale so lange zu vergrößern, bis es vom Kolossalischen nicht mehr zu unterscheiden ist. Damit erhielten nicht nur die erhabenen Sujets – die große Liebe, die Taten Gottes, der Krieg, die apokalyptischen Zerstörungen – einen ironischen Index, wären selbst Teil einer in ihrem Inneren wirkenden parergonalen Strategie geworden, sondern auch das Parergon würde auf diese Weise von innen her aufgelöst, zersetzt durch seinen Drang ins Kolossalische. Kein Werk, kein Beiwerk mehr. Stattdessen nervöses Licht auf weißer Fläche. Nichts weiter.